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PEST – EINE REISE INS SPÄTMITTELALTER


Auf der zweiten Station der Zeitreise befinden wir uns im europäischen Spätmittelalter, im historischen Zeitraum 1250 bis 1485. Der Tod steht im Zentrum des Geschehens. Auf zwei Ebenen nähern wir uns ihm:

Wir erhalten einen Einblick in die schrecklichste Zeit zwischen 1348-1353. Europa erlebte mit dem Schwarzen Tod ein Massensterben, das allein in diesen fünf Jahren die europäische Bevölkerung um etwa ein Drittel dezimierte. Die sozialen Folgeerscheinungen waren verheerend. Die jüdische Bevölkerung wurde als Brunnenvergifterin gebrandmarkt, mancherorts kam es zu Pogromen.

Gleichzeitig begegnen wir dem individuellen Tod. Ein Ackermann verliert seine Frau und nimmt diesen Verlust nicht einfach hin: Er entfacht einen heftigen Streit mit dem Tod und klagt ihn an. Im längeren Rededuell manifestieren sich die drängenden Klagen und Fragen des Ackermanns, sie sind ein Abbild des Zeitgeists. In Johannes von Tepls Der Ackermann erkennen wir deutlich Züge des aufkommenden Humanismus und einer anthropozentrischen Sichtweise, die sich an der Schwelle zur Renaissance ausbreitete.

Die zwei Ebenen treffen und verknüpfen sich mit Werken der Musik und der Malerei. So wie beim ersten Projekt die Literatur das Alte mit dem Neuen verband, kommt im zweiten Projekt dem Tanz dieses Rolle zu. Er wird mit Elementen des historischen und modernen Tanzes choreografiert.

Zum Publikum gesellen sich zwei Mitreisende, die während der Aufführung hin und wieder in Erscheinung treten. Sie nehmen das Gehörte und Gesehene auf, machen sich Gedanken, spinnen sie weiter, stellen Fragen.

Das Bühnenbild besteht im Wesentlichen aus transparenten, schwarzen Tüllvorhängen, die insbesondere als Projektionsmedium dienen. Auch das Theater selbst wird Teil des Bühnenraums.